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In diesem Kontext ist das schon sehr wichtig, weil Religionsunterricht in Deutschland konfessionell ist. Diese Unterscheidung wird auch so im Artikel benannt:

Überhaupt nicht nachvollziehbar sei die Entscheidung, Religion mit drei Stunden in der Stundentafel zu belassen. „Wir fordern ein einstündiges Fach ‚Werteerziehung‘. Der Religionsunterricht wird der Realität in einer multikulturellen Gesellschaft nicht mehr gerecht und benötigt natürlich auch personell unglaublich viele Ressourcen, weil ja immer geteilt werden muss. Doch um gemeinsame Werte zu vermitteln, braucht es unbedingt den Klassenverband. Es wirkt beinahe dogmatisch, dass hier nicht zum Wohle aller gekürzt wird. Man hätte sich in der Sache mehr Mut von der Kultusministerin gewünscht, die sich einem „Machtwort“ des Ministerpräsidenten gebeugt zu haben scheint“, meint Borgendale. So müssten nach jetzt 100 Jahren endlich auch die bayerischen Kirchenverträge von 1924 und die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen den geänderten gesellschaftlichen Realitäten und Erfordernissen angepasst werden.



Dass es keine Alternativen gibt ist ja aber die Folge davon, dass alle mit dem Auto fahren. Die Bahnstrecken hat man rückgebaut, jeder Radweg wird torpediert, der Dorfladen hat zugesperrt, weil alle mit dem Auto zum Supermarkt auf der grünen Wiese fahren, der Ortskern ist tot, weil da die Bundesstraße durchläuft. Wenn man sich das Wahlverhalten alter Leute am Land anschaut wollen die Leute das auch so. Tja.

Zum unbezahlbaren Taxi: Ich weiß, dass die Nachkriegsgeneration da oft innerlich blockiert ist, aber für die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten eines Autos kann man ziemlich oft Taxi fahren. Jetzt vielleicht nicht 2x20km Kilometer, aber halt bis zur S-Bahn. Oder man spricht sich mit Gertrude und Josef ab und fährt gemeinsam. Oder fragt Mal die Nachbarn.


zum Umblättern der Seiten die Finger mit der Zunge angefeuchtet werden

Vielleicht sollten wir alle Buchseiten mit Arsen versetzen, vielleicht hören die Leute dann damit auf.


Der minimale Unterschied ist natürlich, dass es am 1.9.1939 keinen Krieg gab, in den man eintreten konnte. Unabhängig davon, ob das jetzt ein Art5-Fall wäre oder nicht - der Vergleich hinkt gewaltig.




Versteht mich nicht falsch, Wikipedia ist ne tolle Sache. Ich habe vor etwa einem Jahr angefangen mich aktiv zu beteiligen, Artikel zu schreiben und zu überarbeiten etc., und seitdem ist mein Vertrauen in die Inhalte massiv gefallen. In den Bereichen, in denen ich mich auskenne, finde ich immer wieder abwegige Falschaussagen, völlig veraltete Informationen, verzerrte Darstellungen etc. Ich korrigiere die dann zwar, aber oftmals standen diese Infos schon jahre- oder jahrzehntelang in den Artikeln. Viele Artikel sind auch nicht oder kaum belegt, oder die Quellen geben die getroffenen Aussagen nicht tatsächlich her. In Bereichen in denen ich mich nicht auskenne wird das wohl genauso sein.

Und am Ende kannst du nicht nachvollziehen, ob nicht auch einfach von Wikipedia abgeschrieben wurde.

Das ist aber auch bei der Wikipedia ein Riesenproblem: Irgendwer schreibt irgendwas Unbelegtes rein (gerade in der Anfangsphase war man ausgesprochen locker mit Belegen), Journalist:innen schreiben das ab, und später gibt dann irgendwer einen dieser Artikel als Quelle an.


Kannst du deine nackten Zahlen bitte auch verlinken, dann können wir die direkt vergleichen.


Radfahren (2x15min Radpendeln sind schon zweieinhalb Stunden Bewegung pro Fünftagewoche), Treppen steigen, bei der Arbeit durch die Gegend gehen etc. ist geschenkte Aktivitätszeit.* Mit Bewegung im Alltag hat man eine ziemlich solide Basis - in der Studie haben sie ‘vigorous intensity’ doppelt so hoch gewichtet wie ‘moderate intensity’, das ist kein Riesenunterschied.

Man darf nicht vergessen, wie absurd wenig sich viele Menschen bewegen: Morgens sitzen sie am Frühstückstisch, fahren dann mit dem Auto zur Arbeit, lassen sich mit dem Aufzug ins Büro fahren, Abends alles zurück und zum Abschluss schauens Fernsehen erst auf der Couch und dann im Bett. Für viele ist Spazierengehen schon wirklicher Sport und, wie die Studie zeigt, ist das ein Riesenproblem.

*Mit dem Rad pendeln braucht oft weniger Zeit als mit dem Auto pendeln und Abends noch ins Fitnessstudio gehen.


Gleiches mit dem Rasen: Ich konnte meine Großeltern überzeugen, einen Teil ungemäht zu lassen. Der Bereich hat natürlich messerscharfe Kanten (soll ja keiner denien, dass das übersehen wurde), aber jetzt haben sie ein relativ großes Rechteck als Wildwiese deklariert.


Links ist die DPolG ganz sicher nicht. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Rhetorik, die Positionen sind überwiegend gleich.


Bin ich auch drüber gestolpert, aber das schein wohl tatsächlich drin zu sein: https://www.zeit.de/news/2024-01/27/100-000-oder-350-000-menschen-so-wird-bei-protesten-gezaehlt

Drei Menschen pro Quadratmeter sei in etwa die Dichte auf einem gut besuchten Konzert




Wie viele Wasserwerfer wären wohl schon im Einsatz, wenn die LG eine vergleichbare Veranstaltung der Union verhindern würde?


Ich mag es nicht, wenn Leute eh richtig liegen, und dann trotzdem irreführende Argumente bringen.

Der Anteil aktuell vergebener Nobelpreise hat ja schon Jahrzehnte Latenz zu den Studienzahlen, ganz zu schweigen von der gesamten historischen Vergabestatistik. Diesen Anteil neben die aktuellen Studierendenzahlen zu schreiben ist einfach Unsinn.


Steh ich auf dem Schlauch oder hast du dich verlesen? Ich meinte, dass Koalitionen mit der Linken von SPD und Grünen ausgeschlossen wurden, nicht, dass die BSWler aus der Linken ausgeschlossen wurden.


  1. Dass man die Option zumindest in der Hinterhand hat heißt nicht, dass man sie dann auch nutzt. Ich halte es nur für unklug, der FDP zu Verhandlungsbeginn den Blankoscheck auszustellen.

  2. Die Koalitionen wurden bereits Jahre vor Wagenknechts Spalterei ausgeschlossen – und das BSW ist sicherlich nicht zuletzt eine Reaktion darauf, dass die Linke bundespolitisch nichts zu melden hat.


Und natürlich die weise Entscheidung von SPD und Grünen, jede Bundeskoalition mit der Linken kategorisch auszuschließen. Die FDP wird spätestens damit zum Königsmacher.




Wer sind denn “alle anderen” ?

Also halt alle anderen Geschäfte, die Kartenzahlung ohne Registrierung anbieten. Supermarkt, Dönerbude, Tankstelle, H&M, wasweißivh.

Und wie gesagt, ich hatte bisher keine Säule die meinen Chip nicht wollte. Ein nicht existentes Problem

Natürlich wollten die deine Kreditkarte und die damit einhergehenden Mondpreise. Das mag dir egal sein, gesamtgesellschaftlich ist es ein Problem.


Okay, wortwörtlich alle anderen bekommens aber irgendwie hin. Vielleicht hätte ja auch ein deutsches oder europäisches Chip&Charge-Konzept funktioniert, stattdessen hat jeder Betreiber auf den maximalen Lock-In gesetzt. Tja.



Bei einem Ladevorgang pro Tag und 4 Jahren Laufzeit sind das 0,70€.

Bei einem Ladevorgang pro Tag sind die 70ct das geringste Problem in der Wirtschaftlichkeit.

Die Kreditkartengebühren sind ca. 2,5%. Bei einmal Volladen für 55€ sind das 1,40€.

Okay, aber wortwörtlich jedes andere Unternehmen (inklusive Tankstellen) schafft es doch auch irgendwie, das einzupreisen. Ich sehe nicht wieso Ladesäulen da ein Unikum sein sollen.

Und wie immer: Wenn sie 3% Kreditkartengebühr genommen hätten, dann wärs glaube ich kein großes Thema gewesen. Der Aufschlag war aber offensichtlich weit von den tatsächlichen Mehrkosten entfernt.



Nachtrag: Und man die Privatvermögen von Leuten wie Benko nicht mehr als völlig unabhängig von seinen Unternehmen betrachtet. Solange es Gewinne gibt werden sie ausgeschüttet und wenns schlecht läuft stehen all die vom Unternehmen generierten Einnahmen nicht mehr für selbiges zur Verfügung.

Ich sehe, dass für irgendwelche kleinen Ladenbesitzer, Handwerker, Selbstständige etc. eine Gütertrennung auch gesamtgesellschaftlich Sinn ergibt. Aber irgendwo muss eine Grenze gezogen werden, ab der das unternehmerische Risiko, dass gerne zur Rechtfertigung der Kapitalerträge hergenommen wird, sich auch tatsächlich als Risiko darstellt.


Hilfen, von denen der Galeria-Vorstand damals sagt, aus ihnen erwachse für die Steuerzahler weder ein Risiko noch ein Nachteil.

Ich wünschte, dass man für solche Aussagen persönlich gerade stehen müsste.


nur jetzt gerade “verbietet autos!” aus allen ecken zu hören nervt.

Dann tritt Mal aus den Rage Bait Telegramgruppen aus, in echt fordert das nämlich niemand.





Mal dreist von Wikipedia übernommen:

„Europas Sprachen und Kulturen stehen unter einem starken Globalisierungsdruck. Sie verlieren weltweit an Geltung und werden zunehmend von der angloamerikanischen Sprache und Kultur beherrscht (Bericht der Enquete-Kommission ‚Kultur in Deutschland‘ vom 11.12.2007). Speziell in Deutschland kommt noch der zerstörerische Eingriff einer vorwiegend ideologisch motivierten Genderbewegung hinzu, die an den Grundfesten unserer Sprache, der Grammatik, sägt.“

– Verein Deutsche Sprache: Sprachpolitische Leitlinien – Das Problem

  1. Könnte so auch im AfD-Parteiprogramm stehen.

  2. Wie absurd witzig ist es, nach den ersten beiden Sätzen der Genderbewegung eine ideologische Motivation vorzuwerfen?


Ansonsten… der gemischte Apfelsaft irritiert mich. Kann das jemand erklären?

Was daran irritiert dich und was hättest du gerne erklärt?




Lauterbach will Homöopathie als Kassenleistung streichen

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung klafft eine enorme Finanzierungslücke. Nun macht Gesundheitsminister Lauterbach Sparvorschläge. Einer davon ist besonders brisant. gespart werden kann: Krankenkassen sollen ihren Versicherten etwa nicht länger homöopathische Leistungen finanzieren.

Seit der Coronapandemie fehlen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) jährlich Milliardenbeträge. In den vergangenen Jahren hat die Bundesregierung dieses Minus mit Steuermitteln ausgeglichen. Für 2024 ist das nicht vorgesehen – das liegt auch an der klammen Haushaltslage. Gerade hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen mitgeteilt, dass die Finanzierungslücke für 2024 bei 3,2 Milliarden Euro liegt – niedriger als erwartet.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat nun anderen Ministerien dargelegt, wo bei der GKV gespart werden kann: Krankenkassen sollen ihren Versicherten etwa nicht länger homöopathische Leistungen finanzieren.

»Leistungen, die keinen medizinisch belegbaren Nutzen haben, dürfen nicht aus Beitragsmitteln finanziert werden«, heißt es in dem Empfehlungspapier, das Lauterbach nun verschickt hat. Es liegt dem SPIEGEL vor. »Aus diesem Grund werden wir die Möglichkeit der Krankenkassen, in der Satzung auch homöopathische und anthroposophische Leistungen vorzusehen, streichen und damit unnötige Ausgaben der Krankenkassen vermeiden.« Zusatzversicherungen sollen aber weiter möglich sein.

Schon im vergangenen Jahr hatte Lauterbach angekündigt, diese Option zu prüfen. Allerdings würden durch die Maßnahme höchstens zehn Millionen Euro eingespart, vergleichsweise wenig: Nicht alle Kassen machen von der Möglichkeit, Homöopathie zu erstatten, Gebrauch, nicht alle Versicherten haben daran Interesse.

Lange war das Thema umstritten, inzwischen stehen sogar die Grünen hinter diesem Vorstoß. Laut einem Parteitagsbeschluss von 2020 sollen nur noch Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, »die medizinisch sinnvoll und gerechtfertigt sind und deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist«.

Sparvorschläge, garniert mit viel Eigenlob

Sparen will Lauterbach auch bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen. 2024 sollen demnach die Bildung von Altersrückstellungen für Versorgungszusagen gegenüber den Beschäftigten der Kassen beschränkt werden, »die über das notwendige, durch versicherungsmathematische Gutachten bestätigte, Niveau hinausgehen.«

Damit bleibt Lauterbach im Kern bei seinem Plan, keine Leistungen der Versicherungen zu kürzen. Zuletzt hatte er etwa einen Vorschlag, die GKV solle etwa Zahnbehandlungen nicht länger finanzieren, zurückgewiesen.

Ansonsten steckt in dem Papier viel Eigenlob. Etwa für die geplante Krankenhausreform, die Doppelstrukturen reduzieren und Versorgung konzentrieren soll. Oder durch das Digitalgesetz, das zu einer »verbesserten und kosteneffizienteren Gesundheitsversorgung in Deutschland« beitragen werde. Eine bessere Früherkennung von Krankheiten soll Behandlungskosten senken. Zudem sorge die Prävention durch die geplanten Gesundheitskioske langfristig für eine Entlastung der Kassen. Von den Kiosken ist allerdings bei Weitem nicht jeder angetan.

»Das deutsche Gesundheitssystem ist das teuerste in der EU und ist in den letzten Jahren nicht ausreichend reformiert worden. Daher sind viele Abläufe bürokratisch, nicht ausreichend effizient und es fehlt an einer ausreichenden Digitalisierung«, sagt Lauterbach dem SPIEGEL. »Weitere deutliche Anstiege der Beitragssätze der Krankenkassen können nur durch echte Strukturreformen vermieden werden«, meint er. »Dazu zählen auch eine bessere Förderung der Vorbeugemedizin, mehr ambulantes Erbringen von stationären Leistungen und eine bessere sektorübergreifende Versorgung.« Alles prima also?

GKV fehlt kurzfristige Entlastung

Nicht ganz. Das Problem ist, dass die GKV von notwendigen, aber eben langfristigen Entlastungen akut wenig profitiert. Stattdessen kosten die genannten Maßnahmen sogar erst einmal Geld. So stockt etwa das sogenannte Versorgungsgesetz unter anderem wegen der Kosten der Gesundheitskioske, die Gegner als zu hoch einstufen. Auch die Krankenhausreform wird einiges an Transformationskosten verursachen – und sie kommt nicht vom Fleck, es gibt Widerstand aus den Ländern.

So kann Lauterbachs Vorschlag kaum darüber hinwegtäuschen, dass die Ampel ihren Koalitionsvertrag nicht umsetzt. Von einer strukturellen Reform der GKV-Finanzierung, wie ursprünglich angepeilt, ist aktuell nicht mehr die Rede. Und der Gesundheitsminister kann offenbar wenig dagegen tun. »Angesichts der angespannten Haushaltslage des Bundes und der Vorgaben der Schuldenbremse konnten diese Maßnahmen jedoch bisher nicht umgesetzt werden«, gesteht das Ministerium in dem Schreiben ein. »Anders als 2022 mit 14 Milliarden Euro sowie 2023 mit drei Milliarden Euro sind bisher keine weiteren zusätzlichen Bundesmittel an die gesetzliche Krankenversicherung vorgesehen.«

So bleibt dem Minister bloß die Hoffnung. Die »Maßnahmen des Koalitionsvertrages sollten daher umgesetzt werden, sobald es im Lichte der wirtschaftlichen Entwicklung die haushaltspolitischen Rahmenbedingungen zulassen«, formuliert das Ministerium. Wann und ob das passieren wird, kann wohl kaum jemand beantworten.



Das geht sogar so weit, dass Homosexuelle, die in der NS Zeit verfolgt wurden, weiter als vorbestraft gelten, weil die Gerichte meinten, dass die Gesetze ja zur damaligen Zeit rechtsstaatlich noch in der Weimarer Republik entstanden sind.

Wenn ich das richtig im Kopf habe wurden die Urteile aus der NS-Zeit Anfang der 2000er aufgehoben, aber die nach dem gleichen Paragraphen in der BRD gesprochenen Urteile erst vor ein paar Jahren.







Dzt keine Paywall, aber als Backup: Wegen steigender Medikamentepreise Chef der Techniker Krankenkasse fordert Gewinndeckel für Pharmaindustrie »Teils obszöne Gewinne«: Angesichts drastisch steigender Preise für Arzneimittel fordert Jens Baas, die Margen der Pharmakonzerne zu beschränken. 01.07.2023, 17.54 Uhr »Wir brauchen für die Zukunft faire Preise für neue Arzneimittel, bestehend aus den tatsächlich anfallenden Kosten und einer gesellschaftlich akzeptablen Marge.« Das sagte der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, am Samstag dem »Handelsblatt«. Er brachte das Modell eines Gewinndeckels in Spiel. »Dann sollten Kassen nur noch für Medikamente bezahlen, deren Hersteller diesen Gewinndeckel akzeptieren.« Pharmafirmen machten »teils obszöne Gewinne«, kritisierte Krankenkassenmanager, und zögen auf eine Art und Weise Geld aus dem Gesundheitssystem, die gesellschaftlich nicht mehr akzeptabel sei. Die Arzneimittelpreise würden zu einem »ernst zu nehmenden Problem«. Erst vor drei Wochen war bekannt geworden, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen nach abgesicherten Finanzen 2023 wieder ein Defizit im nächsten Jahr erwarten. Der Spitzenverband rechnet mit einer Lücke zwischen 3,5 Milliarden und sieben Milliarden Euro. Ohne Gegenmaßnahmen würde daraus rechnerisch ein Anstieg beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,2 bis 0,4 Prozentpunkten resultieren. Vor diesem Hintergrund sprach auch TK-Chef Baas seine Warnungen aus. »Spätestens in fünf bis zehn Jahren haben wir derart viele teure Gentherapien auf dem Markt, dass sich unser Gesundheitssystem deren breiten Einsatz nicht mehr leisten kann«, warnte er. Das seien Arzneimittel, die pro Patient Millionen kosteten. »Wenn wir also nicht irgendwann die hässliche Debatte führen wollen, wer solche immens teuren Therapien bekommt und wer nicht, müssen wir jetzt etwas an der Preisbildung ändern.« Die Forderungen finden auch in der Politik Gehör. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich etwa sagte dem »Handelsblatt«, grundsätzlich befürworte sie »mehr Preistransparenz im Pharmabereich«. Eine verpflichtende Offenlegung und eine festgelegte Marge halte sie »jedoch für den falschen Weg«. Die Grünenpolitikerin Paula Piechotta sagte wiederum, die »dramatisch steigenden Kosten« seien eine »alarmierende Entwicklung« für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Diese Entwicklung müsse gestoppt werden. »Deswegen ist es verständlich, dass jetzt die Debatte an Fahrt aufnimmt, wie wir in Zukunft innovative Therapien bezahlbar halten.«
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